Der Wecker klingelt, die Rush-Hour für die Familie beginnt: Schnell alle aus dem Bett holen, das Frühstück machen, die Schulbücher einpacken und bloß das Schwimmzeug nicht vergessen. Ach nein – der Schwimmunterricht für die Kleinen fällt ja heute wieder aus! Denn das Lehrschwimmbecken in der Grundschule Hohe Straße ist geschlossen. Und das schon seit über zwei Jahren. Lange war nicht klar, ob es saniert werden kann oder einen Neubau braucht. Jetzt liegt endlich das Gutachten vor. Wir als SPD wollen eine gute und dauerhafte Lösung – aber auch eine Übergangslösung für die Zwischenzeit, falls das Planen und Bauen der endgültigen Lösung mal wieder länger dauert. Hier lest ihr, wie wir uns das vorstellen.

Gutachten: Neubau sinnvoller als Sanierung
Kann das Lehrschwimmbecken saniert werden oder muss es neu gebaut werden? Seit Mai liegt das Gutachten zum Zustand des Lehrschwimmbeckens vor. Es sagt, dass ein Neubau die sinnvollere Variante ist. In einem Schulbaupaket der Stadt, dem 2. GU/TU-Maßnahmenpaket, ist eine Generalsanierung der Grundschule Hohe Straße enthalten, inklusive Lehrschwimmbecken. Fertig sein soll alles bis 2027.
Aber auch 2027 ist noch weit weg, und aufgrund der Erfahrungen mit Schulbaumaßnahmen in Köln der vergangenen Jahre ist eher nicht davon auszugehen, dass die verbleibenden fünfeinhalb Jahre bis 2027 für Planung, Beschluss, Abriss, Neubau und Fertigstellung von Lehrschwimmbecken und Turnhalle reichen. Es ist vielmehr zu befürchten, dass zwei Generationen von Grundschulkindern ohne Schwimmbecken auskommen müssen.

Es braucht eine Zwischenlösung
Um die Unterbrechung von Sport- und Schwimmangebot möglichst gering zu halten, ist der Neubau von Lehrschwimmbecken und Sporthalle deshalb möglichst weit vorzuziehen. Das hat die Bezirksvertretung Porz zuletzt auf unseren Vorschlag hin einstimmig beschlossen.
Um den Schwimmunterricht für Schulkinder vor Ort und das Wassersportangebot für Vereine zeitnah wieder aufnehmen zu können, ist zudem eine Interimslösung, z.B. in Form einer Traglufthalle, erforderlich. Einen passenden Ort dafür gibt es ganz in der Nähe: Auf dem nur teil-genutzten Schulstandort Berliner Straße ist dafür aus unserer Sicht ausreichend Platz. In der Bezirksvertretung haben wir dies vorgeschlagen – leider waren CDU und Grüne nicht bereit, sich auf eine konkrete Übergangslösung an diesem Standort festzulegen.
Ohne Interim ist es zweifelhaft, ob den nächsten Generationen von Grundschulkindern der wichtige und notwendige Schwimmunterricht im erforderlichen Maße angeboten werden kann. Verfügbare Wasserzeiten in Köln sind sehr knapp und hart umkämpft. Aber nicht nur das: Auch Sportvereine aus Porz und Poll bleiben mit ihrem Angebot für Kinder und auch Senioren oder Rehasport ohne Interimslösung auf der Strecke.

Turnhalle Hohe Straße: Das nächste Desaster?
Bereits jetzt ist erkennbar, dass neben dem Lehrschwimmbecken auch die Turnhalle darüber in einem kritischen Gebäudezustand befindet. Das belegt auch das von der Gebäudewirtschaft beauftragte Gutachten zum aktuellen Zustand der Sport- und Schwimmhalle. Bereits 2011 machte ein Ingenieurbüro nach einer Begutachtung die Stadt auf mögliche, dauerhafte Folgeschäden aufmerksam. Wirkungsvolle bauliche Reparaturmaßnahmen blieben jedoch aus.
Es steht zu befürchten, dass die nun mehrfach festgestellten und nicht behobenen Mängel in der Gebäudetechnik und der Bausubstanz die Nutzung der Halle auch weiterhin dauerhaft beeinträchtigen. Als Folge würde sowohl der Schulsport als auch der Vereinssport in Ensen-Westhoven massiv beeinträchtigt.
Fällt die Halle der GGS Hohe Straße aufgrund von Mängeln oder wegen der Neubaumaßnahme zur Nutzung aus, müssten die gut 420 Schülerinnen der Grundschule auch für den normalen Sportunterricht „Sporttourismus“ betreiben und in weit entfernte Hallen ausweichen. Wertvolle Unterrichtszeit ginge verloren. Die örtlichen Sportvereine stünden mangels lokaler Hallen-Alternativen vor dem nächsten Desaster.

Chance nutzen, neue Turnhallen schaffen
Eine weitere Sporthalle, die von Schule oder Sportvereinen lokal in Ensen-Westhoven genutzt werden kann, steht derzeit nicht zur Verfügung. Ein unhaltbarer Zustand für das Doppel-Veedel mit seinen gut 13.000 Einwohnerinnen.
Aus diesem Grund brauchen wir eine weitere Turnhalle, die als zusätzliches Angebot zur Verfügung steht. Sinnvollerweise sollte das an der Berliner Straße erfolgen, die perspektivisch als Schulstandort ausgebaut werden soll. Die dort bereits vorhandene Sporthalle wurde leider vor Jahrzehnten aufgegeben und trotz zahlreicher politischer Initiativen dem Verfall überlassen, so dass hier nur noch ein Abriss möglich ist.
In der Bezirksvertretung haben wir als SPD beantragt und einstimmig beschlossen, an der Berliner Straße bereits jetzt eine Doppel-Sporthalle für Schulbetrieb und für die Nutzung durch Sportvereine zu errichten. Dabei soll zugleich geprüft werden, ob es vielleicht sinnvoller ist, das neue Lehrschwimmbecken an der Berliner Straße zu bauen. Die Idee ist Bestandteil eines Zukunftsplans 2023 der Schulpflegschaft und ging allen Fraktionen vor kurzem zu.

Fazit: An einem Strang ziehen für das Lehrschwimmbecken
Der Erhalt des Lehrschwimmbeckens in Ensen/Westhoven steht auf der politischen Tagesordnung weit oben. Das liegt daran, dass sich viele beteiligen und an einem Strang ziehen. Elternvertreter und Vereine haben sich früh mit uns an einen Tisch gesetzt, um zu diskutieren, was wir tun können. Alle sind dran geblieben, auch über personelle Wechsel und parteipolitischen Grenzen hinweg. Und das ist gut so. Bis zu einer erfolgreichen Umsetzung wird es noch dauern – aber dieser Zusammenhalt ist unverzichtbar, wenn wir erfolgreich sein wollen. Wir bleiben dran!

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