Die Einrichtung einer neuen Fahrradstraße in der Westhovener Aue hat die Bezirksvertretung Porz in ihrer vergangenen Sitzung beschlossen. Jedoch unter der Auflage, dass die wirksame Durchfahrtssperre für PKW erhalten bleibt. Sie korrigierte damit einen zentralen Punkt der ursprünglichen Verwaltungsplanung.

Im Mittelpunkt der Kritik steht der Vorschlag der Verwaltung, die bestehende Durchfahrtssperre für den motorisierten Verkehr am Westhover Weg unterhalb der Autobahn A4 zu entfernen. Damit wäre die Durchfahrt auch für den Kfz-Verkehr möglich. Nach Auffassung der Bezirksvertretung verkennt dieser Ansatz die tatsächlichen Verkehrsverhältnisse vor Ort und birgt erhebliche Risiken für die Sicherheit der Radfahrenden.

Bereits heute ist der Bereich anfällig für Schleichverkehr. Eine Aufhebung der Sperre würde die Strecke aus Sicht der Bezirksvertretung faktisch für den Durchgangsverkehr öffnen – mit absehbar steigenden Kfz-Zahlen, mehr Konfliktsituationen und einer deutlichen Gefährdung des Radverkehrs.

Die Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksvertretung Porz, Bettina Jureck, erklärt:

„Die Realität vor Ort zeigt ganz klar: Ohne wirksame Sperre wird dieser Weg sofort als Abkürzung missbraucht. Wer hier eine Öffnung vorschlägt, riskiert sehenden Auges mehr Verkehr und weniger Sicherheit für Radfahrende. Die beabsichtigte Wirkung der Fahrradstraße würde damit ins Gegenteil verkehrt.“

Der beschlossene Änderungsantrag stellt deshalb unmissverständlich klar, dass die Zustimmung zur Fahrradstraße ausschließlich unter der Voraussetzung erfolgt, dass die bestehende Durchfahrtssperre erhalten bleibt. Darüber hinaus wird die Verwaltung beauftragt, zusätzliche wirksame Maßnahmen gegen illegale Durchfahrten zu prüfen und umzusetzen.

Deutliche Worte findet auch SPD-Ratsmitglied Lukas Lorenz:

„Der Vorschlag der Verwaltung ist gleichzeitig absurd und naiv. Er trägt den tatsächlichen Verkehrsverhältnissen keine Rechnung und wirkt wie am grünen Tisch entstanden. Das hat sich anscheinend kein Verkehrsplaner vorher vor Ort angesehen. Wer die seit Jahrzehnten bestehende Sperre aufhebt, öffnet nicht nur weiterem Durchgangsverkehr durch Alt-Poll Tür und Tor. Er produziert auch mehr Autoverkehr über die Westhovener Aue – und gefährdet damit genau die Menschen, die er eigentlich schützen will.“

Mit dem einstimmigen Beschluss macht die Bezirksvertretung deutlich, dass die Sicherheit des Radverkehrs nicht durch theoretische Planungen, sondern nur durch realitätsnahe und konsequente Maßnahmen gewährleistet werden kann. Die Verwaltung ist nun aufgefordert, ihre Planung entsprechend zu überarbeiten.