Der SPD-Ortsverein Poll-Ensen-Westhoven begrüßt die Entscheidung des Bauaufsichtsamtes der Stadt Köln, den dauerhaften Betrieb der Eventlocation „Südbrücke“ auf Grundlage der derzeitigen Rechtslage nicht zu genehmigen und die geplanten Veranstaltungen auf Grundlage der aktuellen Rechtslage zu untersagen.

Kulturelle Angebote, Konzerte und attraktive Veranstaltungsorte sind für eine lebendige Großstadt wie Köln unverzichtbar. Auch der Standort an den Poller Wiesen kann grundsätzlich einen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt leisten. Voraussetzung ist, dass die Anzahl von Veranstaltungen überschaubar bleibt und den bisherigen festgelegten Rahmen von 8-10 Veranstaltungen pro Jahr, die per Einzelnutzung beantragt werden, nicht überschreitet. Selbstverständlich müssen auch hier Lärmschutz und die verkehrlichen Auswirkungen angemessen berücksichtigt werden.

Aus Sicht des Ortsvereins kommt die Entscheidung der Bauaufsicht weder überraschend noch willkürlich. Seit Jahren weist die SPD vor Ort in Anträgen der Bezirksvertretung, Pressemitteilungen und Gesprächen mit der Verwaltung auf die offenen Fragen hin, die mit einer dauerhaften Open-Air-Location für mehrere tausend Besucherinnen und Besucher an diesem Standort verbunden sind. Dazu gehören insbesondere die Auswirkungen auf die angrenzenden Wohngebiete, die Verkehrssituation sowie die unzureichende Infrastruktur.

Mit Verwunderung nimmt der Ortsverein Darstellungen zur Kenntnis, nach denen es keine oder lediglich „vermeintliche“ Beschwerden über Veranstaltungslärm gegeben habe. Dem SPD-Ortsverein liegen seit Beginn der Veranstaltungen im Jahr 2022 zahlreiche Hinweise aus der Nachbarschaft vor. Insbesondere bei bestimmten Wetterlagen trägt der Schall weit in die Wohngebiete von Poll. Diese Rückmeldungen waren wiederholt Gegenstand politischer Initiativen in der Bezirksvertretung Porz.

Ebenso kritisch bewertet der Ortsverein die Verkehrs- und Parksituation. Bereits frühere Großveranstaltungen haben gezeigt, dass die vorgesehene Zahl von Stellplätzen in keinem Verhältnis zur Besucherzahl steht. Das Ausweichen in angrenzende Wohnstraßen und die damit verbundenen Belastungen für die Anwohnerschaft sind aus unserer Sicht nicht hinnehmbar.

Die Stadt hat zudem nachvollziehbar dargelegt, dass der NRW-Erlass für temporäre Sondernutzungen auf eine dauerhaft angelegte Veranstaltungsstätte nicht anwendbar ist.

Lukas Lorenz, Ratsmitglied der SPD für Poll, Ensen und Westhoven, erklärt:

„Köln braucht Kultur, Live-Musik und attraktive Veranstaltungsorte. Wir wünschen uns ausdrücklich, dass hierfür rechtssichere und langfristige Lösungen gefunden werden. Eine dauerhafte Eventlocation für mehrere tausend Menschen kann aber nur funktionieren, wenn der Lärmschutz gewährleistet ist und ein überzeugendes Verkehrskonzept vorliegt. Beides ist für die Südbrücke nicht geklärt. Deshalb stehen wir hinter der Entscheidung der Bauaufsicht.“

Bettina Jureck, Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Porz, ergänzt:

„Seit Jahren setzen wir uns für die berechtigten Anliegen der Menschen in Poll ein. Die Behauptung, es habe keine Lärmbeschwerden gegeben, ist schlicht falsch. Unsere Mandatsträgerinnen und Mandatsträger haben zahlreiche Rückmeldungen aus der Nachbarschaft erhalten. Die Belastungen durch Lärm, Verkehr und Parksuchverkehr sind real und dürfen in der öffentlichen Debatte nicht ausgeblendet werden.“

Der SPD-Ortsverein bedauert, dass geplante Veranstaltungen kurzfristig abgesagt werden mussten. Ziel muss es nun sein, gemeinsam mit den Veranstaltern eine Perspektive zu entwickeln, die Veranstaltungen in einem angemessenen Rahmen zulässt. Sie können eine große Bereicherung für den Stadtteil und ganz Köln sein. Eine dauerhafte Festivallocation mit mehreren tausend Besucherinnen und Besuchern an diesem Standort ist aus Sicht der SPD hingegen nicht verträglich.

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