„Porzer Kinder bleiben auf der Strecke“

Veröffentlicht von Lukas Lorenz am

Zentrum für Therapeutisches Reiten in Westhoven soll schließen – Wir fordern den Erhalt!

Wenn es nach dem Willen des Vorstandes des Zentrums für therapeutisches Reiten geht, ist im Sommer 2021 Schluss mit der heilpädagogischen und therapeutischen Förderung von behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen auf der Anlage in Westhoven.

Seit gut 28 Jahren befindet sich die Stallanlage auf dem ehemaligen Stollwerckgelände. Das Zentrum – das einzige seiner Art im rechtsrheinischen Köln – ist vielen Bürgern in Ensen/Westhove und darüber hinaus gut bekannt. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Rangierbahnhof werden behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche heilpädagogisch und therapeutisch gefördert. Circa 190 Kinder nutzen wöchentlich das Förderangebot des Zentrums, die Warteliste von Kindern mit Therapiebedarf ist lang.

Doch nun soll damit Schluss sein. Wie der Vorstand die Eltern informierte, ist die Verlagerung nach Köln-Esch für den Sommer 2021 fest geplant. Da das ehemalige Stollwerckgelände verkauft wurde, sei eine langfristige Anmietung der umliegenden Wiesen nicht mehr möglich. Diese bislang gepachteten Flächen benötigt das Zentrum jedoch für den Betrieb des Reitstalls. Das eigentliche Stallgelände, Eigentum des Hauptförderers Imhoff-Stiftung und von dieser dauerhaft zur Nutzung überlassen, reiche für den Betrieb nicht aus. Nach Darstellung der Geschäftsführung der Stiftung sei damit eine Verlagerung des Zentrums an das andere Ende von Köln nach Köln-Esch unumgehbar.

Die SPD Poll-Ensen-Westhoven lehnt diese Pläne entschieden ab. Dazu Simon Bujanowski, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Porz: „Es ist mehr als bitter, wenn das einzige Therapiezentrum dieser Art im Rechtsrheinischen geschlossen und den Kindern und Jugendlichen im Porzer Bereich diese Form der Unterstützung genommen wird. Wer das Zentrum kennt, der weiß, was für hervorragende Arbeit hier betroffenen Kindern geleistet wird. Nicht umsonst bestehen seit vielen Jahren Kooperationen mit Förderschulen aus dem Porzer Bereich und dem Umland“.

Diese Kooperationen sieht die örtliche SPD schon alleine aufgrund der räumlichen Entfernung in Gefahr. „Die Kinder von Porz aus nach Esch und anschließend wieder nach Porz bringen zu wollen ist in unseren Augen eine Zumutung und in der Realität nur schwer umsetzbar. Die Porzer Pänz bleiben damit auf der Strecke“, ergänzt Bettina Jureck, Vorsitzende der SPD Poll, Ensen, Westhoven.

Die SPD fordert die Stadt Köln und die zahlreichen Förderer des Zentrums für therapeutisches Reiten e.V. auf, alles für den Erhalt des Zentrums in Westhoven zu unternehmen. „Sozialdezernent Dr. Harald Rau ist Mitglied im Vorstand des Vereins. Im Beirat des Hauptsponsors, der Imhoff-Stiftung, sitzt OB Henriette Reker. Wir fordern beide auf, für die Interessen der Porzer Kinder und Jugendlichen einzutreten und allen Einfluss für den Erhalt des Zentrums in Porz geltend zu machen“, fordert Bujanowski. „Es muss doch möglich sein, eine Einigung mit dem Besitzer der benötigten Wiesen zu erreichen und die langfristige Pacht der Flächen sicherzustellen“.