Neue Informationen aus dem Brückenforum Süd und aktuellen Informationen der Autobahn GmbH nähren die Sorge, dass der Ausbau der Rodenkirchener Brücke früher begonnen werden könnte als bislang politisch vorgesehen. Grund dafür sind deutliche Verzögerungen beim Projekt der Rheinspange (A553), das nach bisheriger Planung zuerst fertiggestellt sein sollte, um Verkehr während der Sanierung oder Instandsetzung der Rodenkirchener Brücke aufzunehmen.

Nach Informationen des SPD-Ratsmitglieds Lukas Lorenz ist die Vorplanung der Rheinspange zwar nahezu abgeschlossen, das Projekt steckt aber weiterhin fest im Linienbestimmungsverfahren des Fernstraßenbundesamts. Dieses Verfahren umfasst auch die noch nicht abgeschlossene Umweltverträglichkeitsprüfung. Erst wenn die Linie durch das Fernstraßenbundesamt festgelegt ist, kann die Entwurfsplanung beginnen – gefolgt von Genehmigungsplanung, Planfeststellung und danach erst der Bau. Zusätzlich muss die Finanzierung noch den Bundesrat passieren.

Vor diesem Hintergrund wirkt der Planungsvorsprung der Maßnahmen an der Rodenkirchener Brücke zunehmend brisant. Dort wird jetzt der frühestmögliche Baubeginn bereits mit 2034 angegeben – deutlich früher, als nach dem ursprünglichen Projektablauf zu erwarten gewesen wäre.

Lukas Lorenz, auch mobilitätspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Rat der Stadt Köln, warnt: „Das Projekt der Rheinspange hängt fest im Linienbestimmungsverfahren des Fernstraßenbundesamts. Zudem muss die Finanzierung noch durch den Bundesrat. Damit ist klar: Die Rheinspange kommt später als geplant – und die Rodenkirchener Brücke ist in der Planung bereits deutlich weiter. Die Verzögerung erhöht den Druck auf einen achtstreifigen Ausbau der Rodenkirchener Brücke und der A4. Ich erwarte, dass sich die Autobahn GmbH an ihre Zusagen hält und bei der Rheinspange ‚Dampf macht‘“.

Lorenz spricht sich deutlich gegen einen achtstreifigen Ausbau der Rodenkirchener Brücke und der A4 aus. Dies entspricht auch der Beschlusslage der KölnSPD, die eine Verbreiterung ablehnt und stattdessen eine spätere Sanierung mit Erhalt der denkmalgeschützten Konstruktion fordert.

Die KölnSPD bekräftigt, dass die Rheinspange – in der Tunnelvariante – zwingend vor der Instandsetzung der Rodenkirchener Brücke fertiggestellt sein muss, um ein massives Verkehrschaos zu vermeiden. Erst mit ihrer Inbetriebnahme können die Arbeiten an der Brücke unter reduziertem Verkehrsaufkommen realisiert werden.

Angesichts der aktuellen Unsicherheiten fordert Lorenz: „Wir brauchen Transparenz vom Bund und von der Autobahn GmbH. Die Menschen im Kölner Süden haben ein Recht darauf zu wissen, ob die Reihenfolge der Projekte eingehalten wird – oder ob man sie sehenden Auges in ein Verkehrselend schickt.“

Mit Blick auf die kommenden Monate wird erwartet, dass das Fernstraßenbundesamt seine Bewertung der Umweltunterlagen zur Rheinspange abschließt. Ob das Tempo ausreichen wird, um den ursprünglichen Projektablauf zu retten, bleibt offen.

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