Seit fast einem Jahr sind die Toilettenanlagen der Janusz-Korczak-Schule am Altenberger Kreuz in Köln-Poll gesperrt. Rund 100 Grundschulkinder müssen seitdem auf provisorische Container-Toiletten im Schulhof ausweichen – mit defekten Kabinen, üblen Gerüchen und eingeschränkter Spielfläche.

„Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass kleine Kinder über Monate hinweg auf Notlösungen verwiesen werden, die weder hygienisch noch kindgerecht sind“, kritisiert SPD-Ratsmitglied Lukas Lorenz scharf. „Die Gebäudewirtschaft lässt hier jede Dringlichkeit vermissen und spielt auf Zeit – auf Kosten der Gesundheit unserer Kinder.“

Die Gebäudewirtschaft verweist auf Schadstofffunde und Probleme bei der Auftragsvergabe. Für Lorenz ist das ein Armutszeugnis: „Dass in Köln die Sanierung einer Schultoilette länger dauert als der Bau eines kompletten Supermarkts, ist ein Skandal. Wer so arbeitet, hat das Problem nicht verstanden – oder nimmt es billigend in Kauf.“

Besonders empörend sei die Haltung der Gebäudewirtschaft zu den Beschwerden aus der Schule. „Wenn Eltern und Kinder seit Monaten von kaputten und stinkenden Containern berichten, die Gebäudewirtschaft aber behauptet, es lägen keine Meldungen vor, dann ist das nichts anderes als Ignoranz gegenüber den Betroffenen. Stattdessen fordert sie Beschlüsse von Ausschüssen, die aber erst weit nach der Kommunalwahl wieder tagen.“

Lorenz fordert Konsequenzen: „Ich fordere die Gebäudewirtschaft auf, endlich für Transparenz zu sorgen und den Bauablauf drastisch zu beschleunigen. Vor Ort bewegt sich seit acht Wochen nichts mehr. Wer Grundschulkinder über Monate in eine solche Lage bringt, handelt verantwortungslos. Der zuständige Dezernent Markus Greitemann befindet sich im Sonderurlaub für seinen OB-Wahlkampf. Wer aber schon kleine Baustellen nicht im Griff hat, darf keine ganze Stadtverwaltung führen.“

Kategorien: Poll

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