Verwaltung unter Zugzwang

Durch die Corona-Pandemie besuchen immer mehr Menschen den Rhein und nutzen das Naherholungsgebiet an den Poller Wiesen. Viele Sitz- und Lagermöglichkeiten laden förmlich zum Verweilen ein. Doch vor allem durch die Schließung von Gastronomie und alternativen Treffpunkten steigen die Müllmengen am Rheinufer kontinuierlich an und bleiben leider viel zu oft auf den Gehwegen liegen.

„Ich ärgere mich, wenn ich morgens früh mit meinem Fahrrad an den Müllbergen auf der Alfred-Schütte vorbeifahre. Vielen meiner Mitbürger*innen geht es ähnlich. Besonders in den sozialen Medien ist die öffentliche Erregung über die Müllproblematik stark zu spüren. Als Bezirksvertreter kann ich Anträge schreiben, selber Müll sammeln oder den eine oder andern auch mal ansprechen“, fasst Simon Bujanowski, Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion in Porz, zusammen. „Aber tatsächlich handeln und Abhilfe schaffen, kann hier nur die Stadtverwaltung. Denn sie hat es in der Hand für mehr Kontrollen durch den Ordnungsdienst und für eine verstärkte Reinigung durch die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) bzw. größere Müllbehälter zu sorgen. Darauf haben wir die zuständigen Stellen bereits mehrfach hingewiesen, allerdings mit begrenztem Erfolg.“

Den Unmut der Bürgerinnen kann ich gut verstehen, auch ich ärgere mich über die Müllberge am Rhein. Am Rheinboulevard in Deutz hat die Stadt das Problem gelöst bekommen. Allerdings mit der Folge, dass die Gruppen von dort nach Poll verdrängt wurden. Jetzt haben wir das Problem hier. Ich erwarte von der Stadtverwaltung, dass sie nach Lösungen sucht. Eine Idee wäre aus meiner Sicht der „peer-to-peer“-Ansatz. Damit würden sich speziell geschulte junge Erwachsene bei ihren Mitmenschen für eine ordnungsgemäße Müllentsorgung einsetzen. Ich würde mich freuen, wenn solche Konzepte, die bei der KVB schon erfolgreich erprobt wurden, hier Probleme erfolgreich lösen könnten“, schlägt Madeleine Helmrich, stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende vor.

Madeleine Helmrich weiter: „Wir werben als SPD für eine Lösung, die auf Einsicht setzt und nicht auf eine bloße Verdrängung der Gruppen, die sich jetzt an den Poller Wiesen aufhalten. Denn wenn sich die Menschen nicht in Poll treffen, dann werden sie sich an anderen Orten treffen und damit verlagert sich das Problem nur. Die Verwaltung ist aufgefordert hier Vorschläge zu entwickeln und zu handeln.“

Kategorien: Poll

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